Stimmen aus der Belegschaft

Mein Name ist Maximilian Krabbenhöft und ich bin bei der fischer Hydroforming in der IT beschäftigt. Gleichzeitig bin ich auch mit dem externen Informationssicherheitsbeauftragten für die Informationssicherheit im Unternehmen zuständig. Ich begleite somit alle Aspekte und die Arbeitspakete, die sich mit der Erstellung, der Veränderung oder der Anpassung der vorhandenen IT Infrastruktur beschäftigen. Gleichzeitig habe ich über die bei mir angesiedelte Verantwortung für die Umsetzung unserer KI Richtlinie dafür Sorge zu tragen, dass unsere Daten sicher sind und der Umgang mit KI mit der notwendigen Kompetenz vorangetrieben wird. Von daher werde ich das Projekt KoWima über nahezu alle Arbeitspakete hinweg begleiten.

Warum finde ich das Projekt KoWima spannend?

Der Ausbau unserer Digitalisierung sowie die intelligente Nutzung von KI im Unternehmen ist für mich ein wichtiger Faktor der Innovationsfähigkeit. Unsere Prozesse müssen immer effizienter werden, um im harten Wettbewerb zu überleben. Gleichzeitig müssen wir bei der intensiven Leistungsverdichtung bei den Kollegen in allen Bereichen auch die Chancen der KI nutzen, um bei sich häufig wiederholenden Routinetätigkeiten Ressourcen einzusparen. KoWima geht aber darüber insofern noch hinaus, als dass es zum einen aktiv unser Wissen archiviert und automatisiert erweitert und zum anderen situations- und adressatengerecht an den Anlagen zur Verfügung stellt. Damit ist es eine echte Chance, Kosten in der Produktion zu reduzieren. Da leistet man gerne seinen Beitrag zum Projekt.

Wie siehst du den bisherigen Verlauf des Projektes?

Wir sind im regen Austausch gerade mit den Technologiepartnern im Projekt, um die Anpassungen in unserer IT Infrastruktur vorzubereiten und den ersten Prototypen aufzubauen. Parallel beschäftigen wir uns schon mit den Datenschutz- und Informationssicherheitsfragen. Das macht aus meiner Sicht absolut Sinn, um agil zu bleiben und von Anfang an alle wichtigen Aspekte zu berücksichtigen. Ich bin davon überzeugt, das KoWima ein Erfolg für uns werden kann.

Wissen dokumentieren, während es entsteht: Erste Erfahrungen mit sprachbasierter Wissenssicherung auf dem Shopfloor

In unseren Vorstudien hat sich gezeigt, dass die Dokumentation von Wissen insbesondere auf dem Shopfloor eine Herausforderung darstellt. Während in Bürobereichen häufig digitale Werkzeuge zur Verfügung stehen, sieht der Arbeitsalltag in der Produktion anders aus. Die Mitarbeitenden arbeiten an Maschinen, beheben Störungen oder richten Anlagen ein. Elektronische Endgeräte spielen dabei kaum eine Rolle. Informationen werden überwiegend mündlich weitergegeben oder, wenn überhaupt, kurz auf einem Zettel notiert. Eine nachhaltige Dokumentation findet in vielen Fällen nicht statt.

Die Auswirkungen zeigen sich beispielsweise bei der Behebung von Maschinenstörungen. Wird ein Problem erfolgreich gelöst, ist der Lösungsweg häufig nur den unmittelbar beteiligten Personen bekannt. Im Dreischichtbetrieb geht dieses Wissen jedoch schnell verloren. Wird die Störung zu einem späteren Zeitpunkt erneut thematisiert, lässt sich oft nicht mehr nachvollziehen, wie sie ursprünglich behoben wurde.


Für uns stellte sich deshalb die Frage, an welcher Stelle Wissensdokumentation überhaupt ansetzen sollte. Anstatt die Mitarbeitenden nach ihrer eigentlichen Arbeit zusätzlich dokumentieren zu lassen, wollen wir Wissen bereits während seiner Anwendung erfassen.

Gemeinsam mit unserem Projektpartner Fischer Hydroforming haben wir dazu einen ersten Prototypen erprobt. Drei Mitarbeitende wurden mit Mikrofonen ausgestattet, die speziell für den Einsatz in lauten Produktionsumgebungen geeignet sind. Während sie Maschinen reparieren oder Wartungsarbeiten durchführen, sprechen sie ihre Arbeitsschritte laut aus und erläutern ihre Überlegungen. Die Dokumentation erfolgt somit nicht nach Abschluss der Tätigkeit, sondern parallel zur eigentlichen Arbeit.

Die Audiodaten werden anschließend mithilfe von einer lokalen KI transkribiert und zu einer strukturierten Arbeitsanleitung zusammengefasst. Ziel ist es, den zusätzlichen Dokumentationsaufwand möglichst gering zu halten und dennoch nachvollziehbare Wissenseinträge zu erzeugen.


Die ersten Rückmeldungen der beteiligten Mitarbeitenden fallen positiv aus. Ein Mitarbeiter fasste seinen ersten Eindruck mit den Worten zusammen:
„Das ist ja ein cooles Projekt, ich bin schon sehr gespannt.“

Gleichzeitig wurden auch Punkte deutlich, die wir im weiteren Projektverlauf genauer untersuchen möchten. So äußerte ein anderer Mitarbeiter:
„Wenn jemand neben mir steht, fällt es mir leicht, das zu erklären. Ich hoffe, ich denke auch an alles, wenn ich dann allein bin.“

Diese Rückmeldung beschreibt sehr gut eine der zentralen Fragestellungen des aktuellen Langzeittests. Bislang werden viele Arbeitsschritte im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen erläutert. Ob die Erklärungen auch dann vollständig sind, wenn sie ohne direkten Gesprächspartner erfolgen, möchten wir in den kommenden Monaten untersuchen.

Aktuell sprechen die Mitarbeitenden außerdem noch einige Metadaten, beispielsweise zur Maschine oder zur Art der Störung, selbst mit ein. Perspektivisch sollen diese Informationen automatisiert ergänzt werden, sodass sich die Mitarbeitenden vollständig auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können.

Der Langzeittest soll nun zeigen, wie gut sich dieser Ansatz in den Arbeitsalltag integrieren lässt. Dabei interessiert uns insbesondere, ob die Mikrofone dauerhaft akzeptiert werden und ob auf diese Weise ausreichend aussagekräftige Wissenseinträge entstehen, die Kolleginnen und Kollegen bei zukünftigen ähnlichen Problemen unterstützen können.

KoWima auf dem Digi Day 2026 der SIHK in Hagen: Wissensmanagement zum Anfassen

Der Digi Day der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen bietet jedes Jahr Unternehmen, Fachkräften und Interessierten zahlreiche Einblicke in die digitale Arbeitswelt von morgen. In diesem Jahr war auch das Projekt KoWima mit dabei. Das Projekt verfolgt das Ziel, wertvolles Erfahrungs- und Fachwissen in Unternehmen einfach, effizient und nachhaltig zu sichern und verfügbar zu machen.

Um zu zeigen, wie dies funktionieren kann, hatten die Besucherinnen und Besucher an unserem Stand die Möglichkeit, den KoWima-Prototypen über unser „Wissensmikro“ direkt auszuprobieren. Anhand verschiedener Fragen sprachen sie ihre Antworten einfach in das System ein und erlebten live, wie sprachbasiertes Wissen automatisch transkribiert, anonymisiert und für die weitere Nutzung aufbereitet wird. Ein unkomplizierter Weg also, um neben der klassischen Texteingabe Wissen per Sprache zu erfassen. Gerade im Arbeitsalltag, in dem häufig wenig Zeit für eine schriftliche Dokumentation bleibt, bietet dieses System einen niedrigschwelligen und praxisnahen Weg, wertvolles Erfahrungswissen festzuhalten. Sprachgestützte Wissenssicherung gilt als wichtige Unterstützung für den Wissenstransfer und den langfristigen Erhalt von Unternehmenswissen.

Sehr aufschlussreich war auch unsere interaktive Slido-Umfrage.
Die zentrale Frage lautete: „Was muss Wissensmanagement heute können?“
Folgende Punkte wurden von den Teilnehmenden genannt:

  • Mehrsprachig verfügbar sein
  • Zuverlässigkeit gewährleisten
  • Wissen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen
  • Wissen schnell zur Verfügung stellen
  • Schnellen Zugriff ermöglichen
  • Schnelle Rückmeldungen liefern
  • Intuitiv bedienbar sein
  • Interaktive Abfragen im Chat unterstützen
  • Aktuell bleiben und stets aktuelle Informationen bereitstellen

Die Antworten zeigen deutlich, dass modernes Wissensmanagement weit mehr leisten muss als die reine Ablage von Dokumenten. Gefragt sind intelligente, leicht zugängliche Systeme, die Wissen schnell auffindbar machen und den Mitarbeitenden genau dann zur Verfügung stellen, wenn sie es benötigen.

KoWima leistet einen Beitrag für die Zukunft des Wissensmanagements. Auf dem Digi Day 2026 hatten wir die erstmalige Möglichkeit, dies zu zeigen. Vielen Dank an die SIHK zu Hagen für die Organisation!

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf unserer Webseite.

Solche und weitere Angebote aus dem KoWima-Projekt werden noch folgen.
Melden Sie sich bei Interesse an unseren Angeboten gerne bei Fatma Mendoza.

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